Dienstag, 10. Juli 2012

Schriften mit oder ohne Serifen?

Bislang galt eine Faustregel für Texte, die am Bildschirm gelesen werden: die Schriftart sollte serifenlos sein. Das lag in erster Linie an der geringen Auflösung der Monitore, die dazu führte, dass Serifen oftmals unsauber und verschwommen dargestellt wurden. Insbesondere kleinere Schriften sind mit Serifen oftmals schwierig zu lesen.


Die meisten Zeitungen, Zeitschriften und Bücher werden mit jedoch mit Serifenschriften gedruckt, da viele Menschen daran gewöhnt sind, längere Texte mit Serifen zu lesen. In Bezug auf die Lesegeschwindigkeit gibt es Studien zufolge jedoch keine nennenswerten Unterschiede zwischen Schriften mit und ohne Serifen.

Die ansteigende Verbreitung von HD-Monitoren erhöht nun die Möglichkeiten bei Schriftauswahl im Web. Verbesserte Auflösungen von modernen Tablets und Notebooks beweisen, wie gestochen scharf Serifenschriften am Bildschirm sind. Kein Verpixeln, kein verschwimmen, einfach nur scharf. Aus Rücksicht auf nicht ausreichende Monitortechnik muss zukünftig also nicht mehr auf Serifenschriften verzichtet werden.

Also alles jetzt in Times News Roman schreiben? Nein, denn die Schriftart muss natürlich zu allererst zur Marke und zur Website passen. Vermutlich wird immer häufiger eine Mischung von Schriften mit und ohne Serifen für Fließtexte und Überschriften zu beobachten sein. Das lockert das Textbild auf und macht es abwechslungsreich und interessant. Man darf gespannt sein, welchen Einfluss verbesserte Bildschirmtechnik auf die Typographie im Web haben wird. Die typografische Vorherrschaft von Verdana im Internet dürfte begrenzt sein.

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